Spielzeugmuseum Solz
Spielzeugmuseum Solz

Die Geschichte des Spielzeugmuseums Solz

Eines der ältesten Fachwerkhäuser des über 1000jährigen Dorfes Solz wurde unter Wahrung bzw. Wiederherstellung der historisch wertvollen Bausubstanz in ein Museumsgebäude umgebaut. Der Umbau des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes erfolgte in enger Abstimmung und mit der Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege in Hessen.

Am 2. Juli 1982 wurde der gemeinnützige Museumsverein Solz gegründet. Er stellte sich die Aufgabe, das Spielzeugmuseum in dem Fachwerkhaus aufzubauen und zu betreiben. Frau Antje Kind-Hasenclever erlebte die ersten Bemühungen zum Umbau noch mit. Als sie 1985 starb, hinterließ sie eine bedeutende Sammlung von ca. 4000 Holzspielzeugen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zuvor fanden Ausstellungen in Bonn und auf der Veste Coburg eine starke Resonanz. In Solz sollte das Spielzeug nun eine dauerhafte Bleibe finden.

Aufgrund eines Dauerleihgabevertrages wurde die Sammlung von den Erben dem Museumsverein langfristig überlassen. Gleichzeitig schloss der gemeinnützige Museumsverein mit den Eigentümern einen Erbbaurechtsvertrag über das Museumsgrundstück ab, wonach das Eigentum an dem Gebäude auf den Museumsverein überging, so dass auch insoweit die rechtlichen Grundlagen für das Vorhaben geschaffen waren.

Da die Finanzierung nicht allein aus privaten Mitteln möglich war, bemühte sich der Verein um öffentliche Fördermittel. Neben einer Förderung durch das damalige Bundesministerium für „innerdeutsche Beziehungen“ im Rahmen der sogenannten „Zonenrandförderung“ wurden Komplementärmittel des Landes Hessen beantragt. Um diese Mittel zu erlangen, war eine Aufnahme des Dorfes Solz in das Hessische Dorferneuerungsprogramm erforderlich. Auf Anregung des Vereins wurde von der Stadt Bebra ein entsprechender Antrag bei der Hessischen Landesregierung gestellt. Das Spielzeugmuseum war somit der Auslöser für die Einbeziehung von Solz in das Hessische Dorferneuerungsprogramm. Nachdem auf dieser Grundlage die Finanzierung gesichert war und die erforderlichen Genehmigungen vorlagen, konnte der Um- und Ausbau des Hauses am Burgring unter der Regie von Architekt Helmut Carl aus Bad Hersfeld 1988 beginnen.

Das Spielzeugmuseum wurde schließlich am 16. Juni 1990 mit einem feierlichen Festakt eröffnet. Vorher hatte der Museumsverein für zwei Jahre die Volkskundlerin Inge Jockers angestellt. Sie sichtete und ordnete die Spielzeugsammlung und erarbeitete gemeinsam mit dem Hessischen Museumsverband – vertreten durch Herrn Dr. Uwe Reher – sowie mit Frau Sibylle Kopf ein Ausstellungskonzept. Seit der Eröffnung betreibt der Museumsverein mit wechselndem Vorsitz das Museum.

Es ist Herrn Jost von Trott und seiner Schwägerin Frau Sibylle Kopf durch den Museumsverein gelungen, der Spielzeugsammlung von Frau Antje Kind-Hasenclever in Solz, in passender Umgebung am Fuße der ehemaligen Burganlage, eine dauerhafte Bleibe zu geben. Das Museum, das die Solzer teilweise nicht ganz zutreffend als „Puppenmuseum“ bezeichnen, hat eine über den Kreis Hersfeld-Rotenburg hinausgehende kulturhistorische Bedeutung, die es in der Zukunft hoffentlich erhalten und ausbauen kann.

Von der Konzeption, nicht nur ausstellen zu wollen, sondern den Besuchern auch etwas über die handwerkliche Tradition und den sozialen Hintergrund zu vermitteln, haben sich seit der Eröffnung viele Besucher überzeugt. Im Jahr besuchen ca. 1800 große und kleine Besucher das Museum.

 

 

Spielzeugmuseum Solz | Burgring 15 | 36179 Bebra-Solz | Telefon: 06627- 915925